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Mobbing erkennen


Mobbing kann jeden treffen. Ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Internet, es gibt praktisch keinen Schonraum und auch keine klassischen Opfer. Wie aber unterscheidet sich Mobbing von alltäglichen Konflikten und kleineren Streitereien, die zum Leben dazu gehören?

Was ist Mobbing?
Konrad Lorenz, der bekannte Verhaltensforscher, der das Leben und Verhalten von Wildgänsen erforschte, war der Erste, der den Begriff Mobbing benutzte. Er beschrieb damit das zielgerichtete und aggressive Verhalten mehrerer Wildgänse gegenüber einem einzelnen Gruppenmitglied, um das Tier aus der Gruppe zu vertreiben. Moderne Definitionen greifen diese ersten Beobachtungen auf. Nach heutiger Definition beschreibt Mobbing schädliche Handlungen:
- die vorsätzlich von einer oder mehreren Personen
- gegenüber einer Einzelperson
- über einen längeren Zeitraum
- in einem Kräfteungleichgewicht
vorgenommen werden. Kräfteungleichgewicht bedeutet dabei, dass das Verhältnis zwischen dem Opfer und dem Täter/den Tätern nicht ausgewogen ist. Das können physische Umstände sein also, wenn der oder die Täter körperlich stärker oder größer ist. Ober psychische Umstände, wenn sich die Seite der Täter mental stärker fühlt oder zumindest so verhält. Besonders im Berufsleben ist aber vor allem ein Machtungleichgewicht zu beobachten. Die Täterseite hat also mehr Macht und Einfluss im Arbeitsbereich, als das Opfer.

Wie kann man Mobbing erkennen?
Ausgehend von der oben dargestellten Definition von Mobbing, ist in den meisten Fällen schon einmal eine erste Einschätzung der eigenen Situation möglich. Für den Arbeitsbereich wurde vom Landesarbeitsgericht Thüringen eine Checkliste entwickelt, die den Begriff Mobbing im Berufsleben erfasst. Demnach müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein, damit Mobbing im arbeitsrechtlichen Sinne vorliegt:
1. Das Opfer wird von Vorgesetzten oder Kolleginnen/Kollegen diskriminiert, angefeindet oder schikaniert.
2. Das Opfer ist in einer deutlich schwächeren Position und es zeigt sich eine eindeutige Täter-Opfer Beziehung.
3. Die Schikanen finden gezielt, systematisch und über einen längeren Zeitraum hinweg statt.
4. Die vorgenommenen Handlungen sind klar rechtswidrig.

Diese arbeitsrechtliche Einordnung ist deswegen von großer Bedeutung, weil sich Opfer aus Angst vor den Konsequenzen häufig über eine unnötig lange Zeit hinweg mit den unzumutbaren Zuständen am Arbeitsplatz abquälen. Zusätzlich zu dem Druck am Arbeitsplatz kommt oft genug die Angst um die finanzielle Existenz. Sofern der Entschluss zu einer Kündigung gefasst wurde, befürchten viele den Eintritt einer Sperrfrist bei der Arbeitsagentur. Grundsätzlich ist es zwar richtig, dass die Arbeitsagentur bei einer Eigenkündigung eine Sperrfirst verhängen kann. Das entscheidende Wort ist hier allerdings das "kann". Erfolgte die Kündigung aus einem objektiv wichtigen Grund, ist von der Verhängung einer Sperrfrist abzusehen. Deswegen sollten Betroffene unbedingt die Schikanen, denen sie sich ausgesetzt sehen dokumentieren. Von Beratungsstellen wird ein sogenanntes "Mobbing-Tagebuch" empfohlen. Spätestens dann, wenn der Druck so groß ist, dass die Gesundheit gefährdet ist, sollte zudem ein Arzt aufgesucht werden, der die negativen gesundheitlichen Folgen bestätigt und den Betroffenen hilfreich zur Seite steht.

Wie wehrt man sich gegen Mobbing?
Mobbing erkennen ist der erste Schritt raus aus dem Teufelskreis. Wer erkannt hat, dass er ein Opfer von Mobbing geworden ist, kann auch gezielt dagegen vorgehen. Im ersten Schritt kann ein klärendes Gespräch mit der Täterseite, am besten mit einem neutralen Moderator, möglicherweise zumindest die Ursachen des zugrundeliegenden Konflikts klären. Sollte hier keine Lösung gefunden werden, ist es ratsam, dass sich die Betroffenen so früh wie möglich Unterstützung im privaten und beruflichen Umfeld suchen, konfliktreiche Situationen durch einen neutralen Dritten bezeugen lassen und sich auch an Personal- und Betriebsrat wenden, um das Mobbing zu dokumentieren.

Für die Betroffenen ist es besonders wichtig, zu erkennen, dass sie zwar Opfer von Mobbing geworden sind, dass dieser Umstand aber nicht ihre Schuld ist. Mobbing geht immer vom Täter aus und ist immer in einem Fehlverhalten des Täters begründet!
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